Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

ple-koffer Der »Information Overload«, mit dem wir uns alltäglich am Zeitungskiosk, in Bibliotheken, in der e-Mail Inbox und natürlich vor allem im Internet beschäftigen müssen, macht es einem manchmal schwer, den richtigen Einstieg zum Lernen für die Klausur oder zum Schreiben der Hausarbeit zu finden. Kurzum: Es geht nicht mehr darum, die benötigten Informationen zu finden, sondern vor allem darum, einen Überblick über die Informationen zu behalten, die für das eigene Thema relevant sind. ((Photo Personal Learning Environment von adesigna bein flickr))

»Irgendwo hab ich das doch schon einmal aufgeschrieben. Irgendwo hatte ich das Thema doch bereits.«

Solche oder ähnliche Gedanken werden manch einem bekannt vorkommen. Aber nicht nur der Umfang an Informationen hat zugenommen, auch ihre Art, bzw. ihre Form. Ein youtube-Video mit dem Interview des Profs, ein Wikipedia-Artikel, die Signatur des Buches in der Bibliothek und die Kontaktdaten der Lerngruppe sollen mit dem Seminarplan und einem Schaubild aus dem Seminar verknüpft werden.
Am Ende werden dann noch Präsentation und Hausarbeit hinzugefügt und mit allen anderen Dingen zusammen ordentlich abgelegt. Und wenn man ein paar Jahre später im Berufsleben steht, soll man sich nicht nur daran erinnern, das Thema im Studium behandelt zu haben, sondern all diese Inhalte im Zusammenhang wiederfinden.
Diese Aufgabe wirkt auf den ersten Blick unmöglich.
Das Konzept der Personal Learning Environments (PLE), also der persönlichen Lernumgebungen, setzt hier an. Lernrelevante Inhalte aller Art sollen zusammengehalten werden und durch den Bezug zum Kontext auch nach mehreren Jahren noch hilfreich und auffindbar sein. Dieses Konzept lässt sich aber schlecht allein in universitären Plattformen wie CommSy oder OLAT umsetzen, weil es die persönlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Lerners auffangen möchte.
Trotzdem können universitäre Plattformenen ein Teil eines PLE sein. Das PLE ist eher als ein strukturiertes Netz von einzelnen (Web-)Anwendungen zu sehen. In dieser Ausgabe des Veranstaltungsverzeichnisses »Medien & Bildung« werden mehrere Werkzeuge vorgestellt (life, CommSy, study.log, EPB Blogs), die an unserer Fakultät eingesetzt werden und eine sinnvolle Ergänzung oder gar das Herzstück eines PLE sein können. Auch der in der letzten Ausgabe vorgestellte Webdienst twitter.com lässt sich in die persönliche Lernumgebung integrieren.
networked-teacherUm sich selbst eine persönliche Lernumgebung zu gestalten, sollte man zunächst überlegen, wie man an wissenswerte Informationen gelangt. Welche Medien (Computer, Handy, MP3-Player, Bücher) kommen zum Einsatz und in welchen Medienformaten (Videos, social-networks, Texte, Grafiken, Internet-Lesezeichen …) werden diese Informationen angeboten? Die Grafik des »networked teacher« ((Photo Networked Teacher von Courosa bei flickr)) auf der linken Seite gibt einen Überblick darüber, woher die Informationen kommen könnten.
Als zweites sollte ein System gefunden werden, welches möglichst viele dieser Formate verarbeiten oder anbinden kann (z.B. über RSS oder Plugins). Wikis, Blogs und personalisierbare Startseiten bilden oft das Herzstück eines PLE. Nun gilt es, die eigenen Informationen an dieses anzudocken und sich mit diesem neuen Werkzeug vertraut zu machen. Ist es gelungen, neue Informationen in sein PLE einzuspeisen, statt diese in zusammenhanglosen Insellösungen zu verwalten, fällt das Kofferpacken schon etwas leichter.

Ich wünsche Ihnen ein verknüpfendes, lehrreiches und vor allem angenehmes Semester.
Für das Team vom Medienzentrum,
Ralf Appelt
Leiter des *mms (MultiMedia-Studio)

Dieser Artikel ist an der Fakultät EPB der Universität Hamburg im KVV Medien&Bildung zum Wintersemester 2009 erschienen.

Wer sich für das Thema PLE interessiert, für den ist vermutlich auch der kommende Online Round Table zum Thema PLE im Vorfeld des kommenden EduCamps in Graz interessant. Details zu dieser Veranstaltung gibt es im zugehörigen Blogeintrag.

2 Kommentare zu “Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

  1. Pingback: form@re » Blog Archive » PKE: tutti ce l’hanno ma pochi lo sanno (far funzionare). Perché un Personal Web non è un Personal Knowledge Environment (PKE)

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