Kategorie: Schule

“Social Media im Unterricht” scheint die (klassischen) Medien zu interessieren

Kürzlich habe ich im Zusammenhang mit einem Interview bei DRadio Kultur einen Blogbeitrag zum Thema “social Media im Unterricht” geschrieben. Mittlerweile gab es ein zweites Radiointerview. Die Sendung Trackback (Nr. 172) des Berliner Radiosenders Fritz war auf das Thema aufmerksam geworden und hatte zunächst den Verdacht, dass social Media und Unterricht/Bildung nicht zueinander passen.
(( Bildquelle: Radio Ian Hayhurst ))

Themen und Fragen

Ich finde es interessant welche Annahmen bzgl. des Einsatzes von Computern, Internet & social Media im Bildungsbereich offensichtlich vorherrschen. Die Professoren sind gegen die Nutzung des Internets im Seminar, die Studierenden kennen sich besser mit den aktuellen Medien aus, …) Ausserdem scheint mehrfach davon ausgegangen zu werden das facebook eine Rolle im Unterricht spielen könnte. Ich bin wahrlich kein großer Fan von facebook, aber selbst nach etwas überlegen will sich für mich kein sinnvoller Nutzen von facebook im Unterricht ergeben. Habe ich da was übersehen? Ein Aspekt der in den Interviews bisher nicht zur Geltung kam sind meines Erachtens die vielen Optionen die sich durch den Einsatz von social Media im Bildungsbereich ergeben. Besonders die Öffnung des “Klassenzimmers” zur Interaktion mit dem was “da draussen” ist finde ich spannend. Ebenso interessant scheint mir der Einsatz von social Media in Bildungsprozessen ausserhalb der klassischen Bildungsinstitutionen.

Wo sind die Praxisanwendungen?

Tatsächlich scheint es nicht ganz einfach deutschsprachige Pädagogen zu finden die ihre Erfahrungen mit social Media im Seminar/im Unterricht öffentlich dokumentieren. Gleichzeitig sind mir einige Personen bekannt die dies tun. Aus verständlichen Gründen findet die eigentliche Arbeit teilweise auf recht abgeschotteten Systemen statt. Auch dies erschwert die Recherchen ein wenig. Vielleicht könnt ihr mir ein wenig beim sammeln helfen!?

Interview anhören

Wer möchte kann sich den Ausschnitt aus der Sendung mit dem Interview noch einmal anhören oder die gesamte Sendung anhören.

Update:

Zeitungsartikel

Alle Rechte bei Johannes Arlt / www.johannesarlt.comGemeinsam mit Daniel Röhe wurde ich in der vergangenen Woche von einem Journalisten der Welt am Sonntag interviewt. Hieraus entstand ein Artikel der am 28.03.2010 unter dem Titel “Das virtuelle Klassenzimmer” erschienen ist. (( Alle Rechte für das Bild in der Schule liegen bei Johannes Arlt / www.johannesarlt.com ))
Die im Artikel erwähnte Aussage

“Twittern ist wie ein virtuelles Großraumbüro”

stammt übrigens ursprünglich von meiner Kollegin Christina Schwalbe.

Twitter in der Lehramtsausbildung

Gestern habe ich wieder einmal einen Workshop für Referendare für das Referat Medienpädagogik am Landesinstitut für Lehrerbildung angeboten.
Im Rahmen des Seminars haben wir uns unter anderem auch mit Twitter beschäftigt. Ich wollte den Teilnehmern zeigen, dass die Follower die man bei Twitter hat hilfreich sein können wenn man Antworten zu bestimmten Fragen oder einfach Inspiration sucht.
Per Twitter fragte ich

Antworten auf Twitter

Einige Reaktionen gab es innerhalb kürzester Zeit:

Als erster reagierte @andi1984 der meine Frage “ge-retweetet” (also wiederholt) hat und somit auch Seine Follower um Antwort gebeten hat.

Nachfolgend werde ich die Antworten weiterer Twitternutzer auflisten. Weiterlesen

Ein Plädoyer für offene ePortfolios

Dieser Artikel ist ursprünglich im Januar 2008 unter http://loveitorchangeit.com/2008/01/18/ein-plaedoyer-fuer-offene-eportfolios/ erschienen. Die Seite ist mittlerweile offline.

Gerade poppt bei mir wieder das Thema ePortfolio auf. Es scheint gerade eines der angesagtesten Themen im Kreise von Pädagogen zu sein.
Bereits vor geraumer Zeit habe ich Seminarteilnehmer erlebt die sagten 

“Ein ePortfolio soll für alle zugänglich sein, dann kann das ja jeder lesen!?”

und sofort entstand der Wunsch sein ePortfolio “abschliessen” zu können und für sich im verborgenen Kämmerlein zu führen. Dahinter steht primär die Angst, dass etwas “unausgereiftes” veröffentlicht und von “anderen” gelesen werden könnte. An dieser Stelle scheint mir eine Diskussion über Sinn und Unsinn von Portfolios angebracht. Aus meiner Sicht sollten ePortfolios offen sein um Anregungen von Aussen aufnehmen zu können und dadurch die eigene Reflexion zu verstärken. Ein isoliertes ePortfolio nur für einzelpersonen macht aus meiner Sicht wenig Sinn. Wenn ein Eintrag im ePortfolio noch nicht so vollendet ist wie der Beitrag für ein Buch, eine Haus- oder Diplomarbeit, so ist es doch in jedem Fall ein Ausdruck dessen womit sich jemand beschäftigt. Und diese Beschäftigung kann auch schon sehr wertvoll sein, ohne dass der Beschäftigungsprozess abgeschlossen ist. Hier fehlt dem (deutschen) Bildungswesen noch etwas der Entwicklungsgedanke und die Umsetzung des lebenslangen Lernens. Always Beta sollte hier die Devise sein, welche einen nicht zwingt am Status Quo festzuhalten, sondern eine Weiterentwicklung ermöglich, ja geradezu dazu auffordert.

Das eLearning 2.0 Blog fragt ob ePortfolios nicht auch ein Datenschutzrisiko darstellen würden wenn der Schreiber ein persönliches ePortfolio führt. Die Frage ist zunächst nicht unberechtigt, wenn ich mir aber Seiten wie z.B. das Examensblog ansehe, so wird man kaum Anlass finden sich Sorgen machen zu müssen.
Interessant finde ich den Ansatz von Maren Fischer zu überlegen was denn noch >>privat< < und was >>öffentlich< < bedeuten soll und ob diese Unterscheidung im Medium Internet noch Sinn macht.

Auch wenn ePortfolios für deutsche Lehrer und Schüler auf den ersten Blick (noch) nicht relevant zu sein scheinen, so ist der Hinweis auf die Kampagne Think before you post die bei netzpolitik.org vorgestellt wird und vom eLearning 2.0 Blog mit ePortfolios in Verbindung gebracht wird insbesondere für Lehrer relevant.

Die folgenden Videos machen auf ein Phänomen aufmerksam, welches sicher nicht die digital natives, sondern eher digital naives beschreibt. Lehrer haben meiner Ansicht nach die Aufgabe hier die entsprechende Aufklärungsarbeit zu leisten. Spätestens an dieser Stelle sollten Lehrer Anfangen sich mit den Web 2.0 Phänomenen, user generated content und ähnlichem zu beschäftigen, auch wenn ich der Meinung bin, dass auch die Einbeziehung dieser Techniken in pädagogische Prozesse Grund genug gewesen wären für diese Auseinandersetzung.